◆ PPWR & E-Commerce

Leerraum im Paket: Die 50-%-Regel mit Rechenbeispielen

Wie viel Luft steckt in deinem Paket, wann wird das zum PPWR-Thema und wie rechnest du es selbst nach? Mit drei fiktiven Beispielen.

Kurz beantwortet

Leerraum ist der Teil deines Kartons, den kein Produkt ausfüllt; Füllmaterial zählt nach heutigem Stand dazu. Die PPWR begrenzt ihn bei Um-, Transport- und E-Commerce-Verpackungen auf höchstens 50 %, ab 01.01.2030 oder drei Jahre nach der Berechnungsmethode der Kommission, falls das später ist. Die Regel gilt also noch nicht; die offizielle Methode steht noch aus.

Was ist Leerraum?

Leerraum ist der gesamte Raum in deiner Verpackung, in dem kein Produkt steckt. Papierpolster, Luftkissen und anderes Füllmaterial zählen nach den Quellen, die wir gelesen haben, mit zum Leerraum, weil sie kein Produkt sind. Das Leerraumverhältnis ist also das Verhältnis aus leerem Volumen zum Gesamtvolumen.

Für eine erste Einschätzung kannst du diese Arbeitsformel nutzen:

Leerraum (%) = (Innenvolumen Karton − Volumen Produkt) ÷ Innenvolumen Karton × 100

Das ist eine Arbeitsdefinition für einen schnellen Eindruck, keine offizielle Berechnungsmethode. Die EU-Kommission muss die Methode nach heutigem Stand bis spätestens 12.02.2028 festlegen. Ob zum Beispiel eine feste Kartoneinlage anders behandelt wird als loses Füllmaterial, hängt von dieser Methode ab.

Ab wann gilt die 50-%-Regel?

Nach heutigem Stand gilt die Obergrenze von 50 % Leerraum für Um-, Transport- und E-Commerce-Verpackungen ab 01.01.2030 oder drei Jahre nach Festlegung der Berechnungsmethode, falls das später ist. Kommt die Methode erst kurz vor der Frist am 12.02.2028, liegt der Starttermin also nach 2030. Verpflichtend ist die Regel heute nicht.

Für Verkaufsverpackungen, also die Verpackung, die Verbraucher im Laden sehen, gilt eine eigene Logik, die nicht auf diesen 50 % beruht. Sie liegt außerhalb dieses Beitrags; die Termine dafür sind nicht abschließend bestätigt. Den Gesamtrahmen findest du in unserem PPWR-Ratgeber.

Drei Rechenbeispiele (fiktiv)

Beispielrechnung – keine echten Projektdaten. Produkte und Maße sind ausgedacht. Wir rechnen mit dem umhüllenden Quader des Produkts und mit den Innenmaßen des Kartons.

BeispielProduktvolumenStandardkarton (Innenmaß) → LeerraumMaßkarton (Innenmaß) → Leerraum
1. Buch 22 × 15 × 3 cm990 cm³30 × 22 × 10 cm = 6.600 cm³ → 85,0 %23 × 16 × 4,5 cm = 1.656 cm³ → 40,2 %
2. Kleine Tasse (ohne Henkel) 9 × 9 × 10 cm810 cm³15 × 15 × 15 cm = 3.375 cm³ → 76,0 %10 × 10 × 11 cm = 1.100 cm³ → 26,4 %
3. Set aus 3 Fläschchen, zusammen 15 × 5 × 12 cm900 cm³25 × 20 × 15 cm = 7.500 cm³ → 88,0 %16 × 6 × 13 cm = 1.248 cm³ → 27,9 %
  • Buch: Ein Standardkarton ist viel zu groß, der Rest muss mit Füllmaterial aufgefüllt werden. Ein Maßkarton lässt noch 40,2 % Leerraum.
  • Tasse: Alles im Karton, was kein Produkt ist, zählt hier als Leerraum, auch eine mögliche Einlage. Das ist eine vorsichtige Näherung; die endgültige Methode kann eine feste Einlage anders bewerten.
  • Set aus 3 Fläschchen: Weil die Produkte nebeneinander gebündelt werden, bleibt im Maßkarton wenig Luft übrig.

Der Effekt auf die Versandkosten lässt sich leicht herleiten: Ein kleinerer Karton bedeutet weniger Pappe, weniger Füllmaterial und manchmal eine niedrigere Paketklasse. Was das in Euro heißt, hängt von deinen Tarifen ab; rechne das für deine Situation selbst durch.

Was kannst du schon jetzt tun?

  • Miss deine drei meistversendeten Kartons mit der Formel oben und sieh nach, wo die meiste Luft steckt.
  • Nimm für häufig versendete Produkte einen kleineren oder einen Maßkarton. Siehe Maßverpackung.
  • Begrenze die Zahl der Kartonformate. Wenige gut gewählte Größen statt vieler Varianten erleichtern Einkauf und Verpacken.
  • Prüfe höhenverstellbare Kartons (Aufstellkartons) für Produkte mit wechselnder Höhe.
  • Ersetze Füllmaterial durch integrierte Polsterung in der Konstruktion, wenn dein Produkt das zulässt.
  • Bündle Produkte, die zusammen bestellt werden, in einem Karton.

Bei der Verpackungsoptimierung schauen wir gemeinsam auf deine aktuellen Kartons und dein Versandprofil.

So prüfst du deine eigenen Kartons in vier Schritten

  1. Notiere das Innenmaß des Kartons (L × B × H) und berechne das Innenvolumen.
  2. Miss das Produkt oder die übliche Bestellung als umhüllenden Quader und berechne das Volumen.
  3. Setze beides in die Formel ein und notiere den Prozentwert.
  4. Schreib das Ergebnis in eine Liste pro Karton. So siehst du, welche Größen du zuerst angehst.

◆ Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Zählt Papierpolster als Leerraum?+

Nach den Quellen, die wir gelesen haben, ja: Füllmaterial wie Papier oder Luftkissen zählt zum Leerraum. Die offizielle Berechnungsmethode der Kommission steht noch aus und kann Details anders regeln. Prüfe den endgültigen Text.

Gilt die 50-%-Regel schon?+

Nein. Nach heutigem Stand gilt sie erst ab 01.01.2030 oder drei Jahre nach der Berechnungsmethode, falls diese später kommt. Die Methode ist noch nicht festgelegt.

Was ist das Leerraumverhältnis?+

Das Verhältnis von leerem Volumen zum Gesamtvolumen der Verpackung, ausgedrückt in Prozent. Welche Definition und Berechnung offiziell gelten, legt der Rechtsakt der Kommission fest. Die Formel in diesem Beitrag ist eine Arbeitsformel.

Sind die Rechenbeispiele echte Projekte?+

Nein. Es sind fiktive Beispielrechnungen mit ausgedachten Produkten und Maßen, die nur zeigen sollen, wie man rechnet.

Zuletzt geprüft: 26.10.2026 · Diese Seite ist eine redaktionelle Zusammenfassung und keine Rechtsberatung.

Quellen

Wissen, wie viel Luft du verschickst?

Schick uns die Maße deiner meistversendeten Kartons und Produkte. Wir zeigen dir, wo der meiste Leerraum steckt und was ein Maßkarton verändern könnte.