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Versandkarton nach Maß: So bestimmst du die richtige Größe

Vom Produkt über das Innenmaß bis zum Muster: So kommst du zu einem Versandkarton, der passt, schützt und keine Luft verschickt.

Kurz beantwortet

Miss dein Produkt in Länge, Breite und Höhe, addiere den Platz für Einlage oder Polsterung und gib das Innenmaß an. Das Außenmaß ist immer größer und wird vom Paketdienst gemessen. Eine feste Zugabe, die für jedes Produkt passt, gibt es nicht: Bestätige das Maß mit einem Muster und einer Packprobe, bevor du eine Serie fertigen lässt.

Innenmaß oder Außenmaß: Was gibst du an?

Bei einem Karton nach Maß gibst du immer das Innenmaß an: Das ist der Platz, den dein Produkt wirklich hat. Das Außenmaß ist größer, denn Pappstärke und Falz kommen dazu. Der Paketdienst und die Palette „sehen“ das Außenmaß, ob dein Produkt hineinpasst, entscheidet das Innenmaß. Schreib in der Anfrage immer dazu, welches du meinst.

BegriffWas ist das?Wofür brauchst du es?
ProduktmaßKleinster Quader, in den dein Produkt passt (L × B × H), inklusive ÜberständenAusgangspunkt jeder Berechnung
InnenmaßNutzbarer Platz im KartonPasst das Produkt samt Einlage oder Polster?
AußenmaßInnenmaß plus Pappstärke und FalzPaketmaß beim Paketdienst, Palettenplanung
ZugabeZusätzlicher Platz um das ProduktPackkomfort und Schutz
Einlage oder FüllungKartoneinlage, Papier oder anderes FüllmaterialFixiert das Produkt; zählt zum Innenmaß
GewichtProduktgewicht plus VerpackungWahl der Wellenart und der Paketklasse

Bei vielen Kartonherstellern sind Länge und Breite die Maße der Öffnung, die Höhe ist die Tiefe des Kartons. Frag deinen Lieferanten, welche Reihenfolge er verwendet, und schreib sie dazu. So verhinderst du, dass ein Karton auf der Seite liegend gefertigt wird.

Schritt für Schritt vom Produkt zum Kartonmaß

  1. Produkt messen. Nimm Länge, Breite und Höhe an der breitesten Stelle, inklusive Überständen, Deckel oder Griff. Wiege das Produkt ebenfalls.
  2. Schutz festlegen. Kommt eine Einlage, Papierpolster oder ein Beutel dazu? Rechne die Stärke pro Seite mit ein. Hat dein Produkt empfindliche Ecken, braucht es mehr Platz als ein robuster Block.
  3. Innenmaß vorschlagen. Produktmaß plus Platz für den Schutz in jeder Richtung. Auf volle Millimeter runden und notieren, wie du gemessen hast.
  4. Konstruktion und Welle wählen. Für den Versand ist der klassische Faltkarton (FEFCO 0201) oft der Startpunkt. Siehe FEFCO-Codes erklärt und Wellpappe-Wellenarten im Vergleich.
  5. Muster fertigen und Packprobe machen. Pack das Muster so ein, wie es im Alltag läuft, mit deinem echten Produkt und der Füllung. Erst danach legst du das Maß fest. Muster und Prototypen kannst du bei uns bestellen.

Wie viel Zugabe brauchst du?

Dafür gibt es keine feste Faustregel. Es hängt von Produkt, Pappstärke, Einlage und davon ab, wie genau im Lager gepackt wird. Manche Hersteller nennen für ihre eigene Produktion eine Maßtoleranz von wenigen Millimetern; das ist eine Fertigungseigenschaft und keine Konstruktionsvorgabe. Frag deshalb nach den Toleranzen des Herstellers und bestätige das Maß immer mit einem Muster.

Mach den Karton aber auch nicht unnötig groß. Zu viel Luft bedeutet mehr Füllmaterial, ein größeres Paket und mehr Gefahr, dass dein Produkt verrutscht. Das spielt auch bei der 50-%-Leerraumregel eine Rolle, die die PPWR nach heutigem Stand erst später einführt.

Paketdienst im Blick: Klassen und Volumengewicht

Paketdienste ordnen Sendungen nach Maßen und Gewicht ein. Ist ein Karton im Verhältnis zu seinem Gewicht groß, kann der Preis nach Volumen berechnet werden (Volumengewicht). Maßgrenzen, Formeln und Preise unterscheiden sich je nach Dienstleister und ändern sich. Prüfe deshalb vor der endgültigen Größe die aktuellen Bedingungen von DHL, DPD, GLS, Hermes oder welchem Dienst du auch versendest.

Was schickst du für ein Angebot mit?

  • Produktmaße (L × B × H) und Gewicht, am besten mit Foto oder Zeichnung
  • Gewünschtes Innenmaß oder Maße der Einlage, und ob du Innen- oder Außenmaß meinst
  • Menge pro Bestellung und erwartete Jahresmenge
  • Gewünschte Konstruktion oder FEFCO-Code, falls du sie schon kennst
  • Druck: Anzahl Farben, innen und/oder außen bedruckt oder unbedruckt
  • Versandart und Paketdienst-Grenzen (Briefkasten, Paket, Palette)
  • Wunschtermin und ob du zuerst ein Muster möchtest

Typische Fehler

  • Das Außenmaß angeben, obwohl das Innenmaß gemeint ist (oder umgekehrt)
  • Nur das Produkt messen und Einlage, Beutel oder Beileger vergessen
  • Nur eine Variante messen, obwohl das Sortiment mehrere Größen hat
  • Ein Standardmaß wählen, „weil es ja passt“, und dann jede Sendung mit Luft füllen
  • Das Muster nicht mit echten Handgriffen im Versandalltag testen

Du willst Unterstützung bei der Maßfindung? Schau dir unsere Maßverpackung an oder bestell ein Muster.

◆ Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Wie viel Zugabe sollte ein Versandkarton nach Maß haben?+

Das hängt von Produkt, Einlage und Pappstärke ab. Eine feste Norm, die für jedes Produkt passt, gibt es nicht. Miss das Produkt, rechne den Platz für den Schutz ein und bestätige das Maß mit Muster und Packprobe.

Gebe ich Innenmaß oder Außenmaß an?+

Am besten das Innenmaß, denn es entscheidet, ob dein Produkt passt. Schreib immer dazu, dass es das Innenmaß ist. Das Außenmaß ist größer und wird vom Paketdienst gemessen.

Kann ich auch eine kleine Auflage oder ein einzelnes Muster bekommen?+

Ja, Kleinauflagen und Muster sind möglich; beim Digitaldruck schon ab 1 Stück. Preis und Lieferzeit hängen von Konstruktion, Material und Bedruckung ab. Schick deine Angaben mit, dann hörst du, was geht.

Welche Welle nehme ich für einen Versandkarton?+

Das hängt von Gewicht, Wert und Empfindlichkeit deines Produkts ab. Einen Überblick über die Wellenarten findest du in unserem Wissensartikel; die endgültige Empfehlung geben wir anhand von Produkt und Muster.

Zuletzt geprüft: 26.10.2026

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